Hans Lauter – Funktionär des KJVD erzählt uns am 29.10.2010

 „ Die Arbeit des KJVD Chemnitz-Erzgebirge unter erschwerten Bedingungen in der Illegalität „

Wir die Mitglieder des KJVD mussten nach der Machtübernahme von Hitler 1933 unsere Arbeit und Aktivitäten verlagern und umgestalten, um nicht durch Verrat, Verfolgung und Verhaftung in die Fänge der Nazis zu geraten. Diese Arbeit konnten wir bis 1935 aufrechterhalten und ich musste auf Beschluss der Landesleitung Mittelsachsen nach Leipzig übersiedeln und nahm meine Tätigkeit in der illegalen Bezirksleitung des KJVD auf. Dort hatte ich die Aufgabe Verbindung zu der Leitung der SAJ (Jugendverband der SPD) herzustellen, um gemeinsame Aktionen gegen die Nazis zu organisieren und durchzuführen.

 

Ein Mitglied unserer Leitung des KJV D Chemnitz-Erzgebirge lebte in Chomutov und wir verlagerten die Arbeit der Leitung dorthin .Wir benutzten diesen Ort zu Beratungen, Druck von Flugblättern und Zeitungen wie auch zur Vorbereitung illegalen Aktionen gegen das Hitler Regime. Zeitungen, Flugblätter und Plakate gegen die Nazis haben wir auf verschlungenen Wegen illegal nach Deutschland eingeschmuggelt.

Eine Episode daraus. Im Frühjahr 1935 fuhr ich mit dem Fahrrad von Leipzig nach Reizenhain, um Flugblätter, die ein Freund aus Tschechien nach Deutschland geschmuggelt hat, zu übernehmen.

Damit wir nicht in dem kleinen Ort als Fremde zu sehr auffallen, vereinbarten wir den Übergabetreff auf den Friedhof. Wohl weislich stellte ich mein Fahrrad außerhalb des Treffpunktes ab.

Der Totengräber des Friedhofes beobachte, wie ich meine weiten Hosen zuband, um in den Beinteilen die übergebenen Flugblätter zu verstecken. Da ich rechtzeitig bemerkte wir er uns beobachtete, konnte ich gerade noch die Flucht ergreifen, schwang mich auf mein Fahrrad und düste nach Leipzig mit den Flugblättern ab.

Umgekehrt haben wir Informationsmaterial über die Machenschaften der Menschenrechtsverletzungen Ermordungen von Andersdenkenden Menschen, die sich gegen die Hitlerhorden wehrten an die Völker der Welt weiter geleitet.

Gefährdeten Leuten die in Deutschland verfolgt und durch die Gestapo (Geheime Staatspolizei) gesucht wurden, haben wir über die grüne Grenze nach Tschechien gebracht und Ihnen weiter geholfen‚ besonders über die Organisation der internationalen Roten Hilfe, die Pässe, Geld und auch Unterkünfte, sowie Fahrkarten zur Weiterreise in andere Länder beschafften.