Stadtbilder von Chemnitz

in den dreißiger Jahren und früher

  • Das Chemnitzer Rathaus um 1911

    Das Chemnitzer Rathaus um 1911

    Das Chemnitzer Rathaus um 1911

  • Luftbild - Chemnitzer Innenstadt um 1930

    Luftbild - Chemnitzer Innenstadt um 1930

    Luftbild - Chemnitzer Innenstadt um 1930

  • Das Schauspielhaus vor 1945

    Das Schauspielhaus vor 1945

    Das Schauspielhaus vor 1945

  • Die Wanderer - Werke vor 1944

    Die Wanderer - Werke vor 1944

    Die Wanderer - Werke vor 1944

und nach dem Krieg

  • Das Chemnitzer Rathaus nach 1945

    Das Chemnitzer Rathaus nach 1945

    Das Chemnitzer Rathaus nach 1945

  • Die Zwickauer Str. nach 1945

    Die Zwickauer Str. nach 1945

    Die Zwickauer Str. nach 1945

  • Das Chemnitzer Schauspielhaus im Februar 1946

    Das Chemnitzer Schauspielhaus im Februar 1946

    Das Chemnitzer Schauspielhaus im Februar 1946

  • Die Wanderer Werke am 11. September 1944

    Die Wanderer Werke am 11. September 1944

    Die Wanderer Werke am 11. September 1944

30. Januar 1933: Adolf Hitler wird Reichskanzler das düsterste Kapitel deutscher Geschichte begann

Hakenkreuze über Chemnitz

Am 15. Juli 1933 entstand im Chemnitzer Polizeipräsidium ein „Gesamtbericht über Vorfälle in Chemnitz für die Zeit von April bis Mitte Juni 1933“. Dieser listete die 31 schwersten Fälle von brutaler Folterung und von Mord durch Chemnitzer SA- Einheiten auf. Es seien allerdings weit mehr Personen misshandelt worden. Diese jedoch würden ausnahmslos schweigen, „weil ihnen durchweg gedroht worden ist, dass für jeden eine Kugel bestimmt sei, der über die erlittenen Misshandlungen Angaben mache.“ In die so genannten Stabswachen der SA, die sich im Hansahaus in der Königstraße, dem Sitz der NSDAP, und in Gebäuden von Sportplätzen einquartiert hatten, wurden Chemnitzer Einwoh- ner verschleppt, die sich aus irgendeinem Grund den Zorn der neuen Herren zugezogen hatten. Meist handelte es sich um Arbeiter, die den Ge- werkschaften sowie der SPD oder KPD angehörten. Opfer waren aber auch Juden und Tschechen. Zudem lässt der Polizeibericht keinen Zweifel daran, dass oft persönliche Racheakte eine Rolle spielten Der Verfasser beschreibt die Vorgänge in den SA-Wachen ausführlich: „Die verhafteten Personen werden dort zunächst einem Verhör unterzogen. Sobald der Verhaftete nicht das sagt, was der vernehmende SA-Mann wissen will, wird er von einer Anzahl SA-Männern mit Gummiknüppeln und sonstigen Gegenständen geschlagen. Diese Tortur wiederholt sich im Verlaufe der Vernehmung mehrere Male. Es sind Fälle zu verzeichnen, wo die Opfer angebunden, nackt ausgezogen und bis zur Bewusstlosigkeit geprügelt wurden. U. a. hat man sie mit glühenden Eisen in das Gesäß gestochen und die Nacht über in eine Art Kiste gesteckt, wo sie bis zum Morgen, wie eine Schlange zusammengerollt, ausharren mussten. In einzelnen Fällen hat man ihnen Büschel von Haaren abgeschnitten, die sie in den Mund stecken mussten. Die Misshandlungen sind teils derartig gewesen, dass fast kein Fleckchen heiler Haut am ganzen Körper mehr zu sehen war. Auch soll es vorgekommen sein, dass Pfeffer in die Wunden gestreut und hierauf die Wunden mit Essig wieder ausgewaschen worden sind.“ Sieben der 31 Personen kamen zu Tode. Drei davon erlagen ihren Verletzungen durch die Folter. Vier wurden vorsätzlich ermordet.

Den jüdischen Rechtsanwalt Arthur Weiner holten am 11. April SA-Leute aus seiner Wohnung. Er wurde erschossen. Später fand man seine Leiche in Wie- derau. Die drei Arbeiter Max Haufe, Alfred Schubert und Georg Enderlein wurden am 8. Juni von SA-Leuten verschleppt und im Turnerheim an der Yorkstraße gefoltert. Ihre Leichen entdeckte man nach zwei Wochen in einem Teich bei Schneeberg. Die in dem Polizeibericht erwähnten Ereignisse waren nur ein Teil der mörderischen Lawine, die nach dem 30. Januar 1933, dem Tag der Etablierung der national- sozialistisch /konservativen Regierung mit Hitler als Reichskanzler, durch Chemnitz rollte. Am 18. Februar wurde der kommunistische Funktionär Anton Erhardt auf offener Straße erstochen, einen Tag später das Reichsbannermitglied Paul Franke. Nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar kam es zu einer regelrechten Hetzjagd auf Funktionäre der SPD und der KPD. In dieser Atmosphäre fanden am 5. März Reichstagswahlen statt. Die beiden Parteien konnten keinen geordneten Wahlkampf führen. Viele ihrer Funktio- näre waren inhaftiert oder in die Illegalität getrieben, ihre Zeitungen verboten. Desto bemerkenswerter sind die Wahlergebnisse. Die demokratischen bürgerlichen Parteien, die Deutsche Demokratische Partei (seit 1930 Staatspartei) und die Deutsche Volkspartei, waren marginalisiert. Die Deutschnationale Volkspartei paktierte auf Reichsebene mit Hitler. Die Zentrumspartei erzielte im Reich immerhin elf Prozent der Stimmen. In Chemnitz fehlte ihr aber seit jeher eine solche Stärke, da die katholische Bevölkerungsbasis sehr schmal war. Aber auch hier bewahrten die Anhänger des Zentrums ihre Haltung. Die Partei legte sogar etwas zu, lag aber immer noch unter einem Prozent. So blieben in der Stadt nur die beiden Arbeiterparteien, die der NSDAP bei dieser Terrorwahl Paroli boten. Die SPD erzielte 57.148 Stimmen, die KPD 48.430. Das waren zusammen etwas mehr als die 103.498 der NSDAP. Freilich blieb dieser Wahlerfolg Makulatur. Er sagt aber immerhin aus, dass in Chemnitz die Masse der Arbeiter nicht bereit war, der Hitlerpartei ihre Stimme zu geben, sondern ihrer Gesinnung treu blieb. Die Zeiten allerdings, als wie beim Kapp-Putsch im März 1920 Chemnitzer Arbeiter geschlossen dagegen aufstanden und die Weimarer Republik verteidigten, waren vorbei. Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und die damit einhergehende bittere Not lähmten die Arbeiterschaft. Ob sie in großem Maßstab hätte mobilisiert werden können, wenn sich ihre Parteien nicht in unendlichen Streitigkeiten untereinander erschöpft hätten, mag dahingestellt bleiben, ist aber eher unwahrscheinlich. Widerstand aus dem bürgerlichen Lager war gleich gar nicht zu verspüren. So nahm die Transformation der poli- tischen Verhältnisse in eine faschistische Diktatur ihren verhängnisvollen Lauf. In den Tagen nach der Wahl besetzte die SA wichtige Gebäude in der Stadt, die Kreis- und die Amtshauptmannschaft, das Amts- und das Landgericht, das Rathaus, das Arbeitsamt und die Stadtbibliothek. Bei der Besetzung des Verlages der sozialdemokratischen „Volksstimme“ am 9 März durch einen SA-Trupp wurde der Stadtverordnete Georg Landgraf erschossen. Es begannen Entlassungsaktionen gegen Persönlichkeiten, die „marxistischer“ Einstellung verdächtig waren. Betroffen waren Kommunisten, Sozialdemokraten und Demokraten. Viele wurden durch SA oder Polizei verhaftet. Für Menschen, bei denen Judentum und Angehörigkeit zu einer Arbeiterpartei zusammenfielen, ersannen die SA-Schergen besondere Demütigungen. So wurde der Arzt und sozial- demokratische Stadtverordnete Kurt Glaser mit anderen zusammen wie Vieh durch die Stadt getrieben. An eine Bretterwand musste er in großen Buchstaben schreiben „Jüdischer Hetzer Dr. med. Glaser“. Ähnlich erging es Personen, an denen SA- Angehörige ihren persönlichen Rachedurst stillten. Der sozialdemokratische R e i c h s t a g s a b g e o r d n e t e Bernhard Kuhnt war 1918/19 führend an der Revolution in Wilhelmshaven beteiligt und kurzzeitig Präsident des Frei- staates Oldenburg gewesen. Von dort her rührte der Hass, den ihm Angehörige der SA- Einheit „Marinesturm Chemnitz“ entgegenbrachten. Sie schleppten Kuhnt am 9. März auf einem Schinderkarren durch die Stadt, fotografierten dessen Demütigung und brachten vier Fotos als Postkarten in Umlauf.
Zum 10. März berief die NSDAP aus eigener Machtvollkommenheit eine Stadtverordnetenversammlung ein. Das war irregulär und ein eklatanter Rechtsbruch. Als Legitimation berief sich die Partei auf einen imaginären „Volkswillen“. Die Veranstaltung artete zur Parteiversammlung der NSDAP aus, denn nur ihre 20 Abgeordneten nahmen daran teil. Die 31 Vertreter der beiden Arbeiterparteien waren zum Teil inhaftiert. 

 

Die übrigen konnten sich nur bei Gefahr für Leib und Leben auf die Straße wagen. Aber auch die neun bürgerlichen Stadtverordneten nahmen an der Farce nicht teil, obwohl man fest mit der DNVP gerechnet hatte, deren Vertreter ja im Reich mit Hitler in einer Regierung saßen. Die Chemnitzer DNVP-Fraktion lehnte die Teilnahme ab, weil sie die Befugnis der Einladenden in Zweifel zog.In der Sitzung des auf ein Drittel begrenzten Stadtparlamentes herrschte eine siegestrunkene, hasserfüllte Atmosphäre. Der NSDAP-Kreisleiter Mutz schrie in den Saal: „Wo ist denn die Kommune, wo ist die SPD, wo sind die Antifaschisten. Sie sitzen zu Hause und zählen an den Fingern ab, wann die Stunde kommt, da auch sie in die überfüllten Gefängnisse hineingepfercht werden.“  Dann beschloss man, den kommunistischen und sozialdemokratischen Stadträten die Aufwandsentschädigung und die Straßenbahnfreikarten zu streichen sowie kein amtliches Material mehr zuzustellen. Man benannte Straßen um, u. a. den Karl-Marx-Platz in Schlageterplatz, den Theaterplatz in Hitlerplatz und die Bebelstraße in Wettiner Straße. Hitler und Hindenburg wurden zu Ehrenbürgern ernannt. Jüdische und kommunistische Lehrer sollten entlassen und die Volkshochschule geschlossen werden. Alle diese Entscheidungen waren rechtlich ungültig. Aber wie im Reichsmaßstab war auch in der Kommune Rechtsbruch ein wesentliches Element zur Errichtung der NS-Diktatur. Während der Terror wütete, verabschiedete das Regime in rascher Folge Gesetze. Sie dienten der Stabilisierung seiner Macht. Die Gesetze erweckten den Anschein der Legalität, sprachen aber der gültigen Reichsverfassung Hohn. Sächsische und Chemnitzer NSDAP-Instanzen eilten dabei immer wieder denen im Reich voraus. Beispielsweise erließ der so genannte Reichskommissar für Sachsen schon am 11. März eine Verordnung, die kommunistischen Lehrern die Ausübung ihres Dienstes untersagte.

 

Dr. Karl-Heinz-Schaller

Quelle: Der Beitrag wurde dem Buch „Fabrikarbeit in der NS-Zeit, Arbeiter und Zwangsarbeiter in Chemnitz 1933-1945. Verlag für Regionalgeschichte  Bielefeld, 2011. entnommen.

1945: Kriegsendphasenverbrechen in Chemnitz und Umgebung

März 1945

In der „Aktion Gitter“ wurden im Gestapobezirk Chemnitz ca. 100 Gegner des Nationalsozialismus verhaftet und im Gefängnis auf dem Kaßberg gefangengehalten. Bei den Bombenangriffen der Angloamerikanischen Luftstreitkräfte am 5. und 6. März 1945 wurde ein Flügel des Gefängnisses getroffen und ein Teil der Häftlinge konnte ausbrechen. Das Ende des Krieges vor Augen gestatteten einige Justizangestellte Chemnitzer Inhaftierten nach Hause zu gehen, um bei Löscharbeiten zu helfen oder nach den Angehörigen sehen zu können. Dies erfolgte auf das Ehrenwort, danach zurück in die Haftanstalt zu kommen. In der allgemeinen Panik konnten tatsächlich jedoch nur wenige die Stadt verlassen oder in der Stadt Zuflucht finden. Das Ehepaar Edith und Kurt Kretschmar kamen nach Niederschmiedeberg, Kurt Wach und Franz Hübsch entkamen nach Hainichen bzw. in das Elbsandsteingebirge. Nach der Reorganisierung der Gestapodienststelle und ihrer Beamten begannen die Polizisten der Chemnitzer Polizeireviere mit der Suche nach den Entwichenen. Bei freiwilliger Rückmeldung wurde Straffreiheit zugesagt. Zum Beispiel: der Kommunist Albert Hähnel meldete sich nach Löscharbeiten in der eigenen Wohnung und Hilfe im Wohngebiet bei der entsprechenden Dienststelle. Er wurde zur Arbeit bei einem Bäcker verpflichtet. Er tauchte nicht unter, da angedroht wurde Frau und Kind in ein Konzentrationslager einzuweisen. Am 19. März wurde der Kommunist Max Brand, der ebenfalls nicht untergetaucht war schwerst krank in seiner Wohnung verhaftet. Beide wurden später in das Gefängnis des Polizeipräsidiums Hartmannstraße verbracht. Bis zum 26.März waren 14 der politischen Untersuchungshäftlinge gefaßt. Bereits am Mittwoch des 14. März 1945 hatte der Verantwortliche für Hochverratsdelikte in der Chemnitzer Gestapo, Kommissar Wackerrow seine beiden Kommissare Munkelt und Obst den schriftlichen Befehl erteilt diejenigen der Inhaftierten auszusondern, die „rückfällig“ waren. Ausgesondert wurden; der Zimmermann Max Brand, der Bäcker Albert Hähnel, der Rundschleifer Albert Junghans, der Steinmetz Walter Klippel, der Hilfsmeister Kurt Krusche, der Schlosser Alfons Pech und der Schlosser Willy Reinl.

Am Nachmittag des 27.März wurden die Gefangenen auf dem Hof des Polizeigefängnisses mit Handschellen gefesselt und mit LKW zur unteren Schule in Neukirchen verbracht. (Ausweichquartier der Chemnitzer Gestapo nach der Bombardierung im März 1945 und Zerstörung des Hauptsitzes in Chemnitz) Zuvor war ein Sonderkommando mit der Exekution der Gefangenen beauftragt worden. (Dieses Sonderkommando bestand seit 1941 unter der Führung des SS Obersturmführers Schluppers und den beiden Kriminaloberassistenten Großer und Schmidt in der Turnhalle Neukirchen/Jahnstraße - dort waren bereits mehrfach Gefangene des Lagers Neukirchen erschossen wurden.) Die Kommissare Obst und Munkelt waren für die Chemnitzer Gestapo beauftragt der Exekution beizuwohnen und zu überwachen. Nach der Exekution meldeten sie den Vollzug.

Gegen 19.00 Uhr am 27. März mußten drei der Gefangenen eine Erdgrube vertiefen, in die sich anschließend alle Gefangenen mit dem Gesicht zum Boden legen mußten. Mittels Maschinenpistolen und nachfolgenden Fangschüssen wurden die sieben Gefangenen ermordet. Die Grube wurde sofort geschlossen. Nur wenige Tage später wurden den Angehörigen Sterbeurkunden ausgehändigt, mit der Mitteilung, daß die Gefangenen auf der Flucht erschossen worden wären.

Anfang April wurden die Leichen exhumiert und mit einem Lastwagen der Deutschen Post gemeinsam mit 19 weiteren Leichnamen zur Feuerbestattungsstätte nach Werdau verbracht. Dort wurden sie am 7. und 8. April eingeäschert und in einem Massengrab beigesetzt.

April 1945

In der Nacht vom 13. zum 14. April wurde erstmals ein Chemnitzer Stadtteil von amerikanischer Artillerie beschossen. Es handelte sich um den Stadtteil Rabenstein. Um der damals noch selbständigen Vorstadt Siegmar-Schönau Beschuß und Zerstörung zu ersparen fanden sich fünf Bürger, die versuchten den Bürgermeister zu einer Übergabe der Stadt an die amerikanischen Einheiten zu bewegen. Der Bürgermeister Paul Jacob unterschrieb eine entsprechende Vollmacht und der Fleischermeister Erich Gatsche und der Kommunist Otto Schmerbach, der die englische Sprache beherrschte, übergaben diese den amerikanischen Truppen in Wüstenbrand. Als Reaktion forderten die Kommandeure der Kampfgruppe A der 4. US Panzerdivision eine weiße Beflaggung in der Stadt sowie die Abgabe sämtlicher Waffen. Nach Rückkehr der Parlamentäre erfolgte die Erfüllung der beiden Forderungen. Die Waffen wurden vorm Rathaus zusammengetragen. Daraufhin kam am 15. April ein Panzer der US Armee (Sherman) vor das Rathaus in Siegmar-Schönau. Die Waffen wurden zerstört. Danach fuhr der Panzer zurück. Die freiwillig zur Übergabe an die Alliierten bereite Bevölkerung der Stadt war somit jedoch ohne Schutz. Ein Artilleriebeschuß unterblieb.

Ein Wehrwolfkommando aus dem Lazarett Pelzmühle (Reservelazarett bei Siegmar) überwältigte den Parlamentär Otto Schmerbach in einem kurzen Feuergefecht. Otto Schmerbach wird in das Lazarett in Schönau (Schule) verbracht. Otto Schmerbach wird danach inhaftiert. Am 20. April 1945 wird er durch das Standgericht der 464. Division von Oberfeldrichter Dr. Thost zum Tode verurteilt. Am 21. April wird das Urteil auf der Schießstandanlage im Zeisigwald vollstreckt. Die Leiche verblieb ca. 2 Monate in der Leichenhalle des Reservelazarett 1 auf der Zeisigwaldstraße.

Die Wehrwolfaktivitäten in Siegmar-Schönau forderten ein weiteres Todesopfer. In der Nacht zum 1. Mai 1945 erschoß der Oberfeldwebel Schulz auf Befehl von Wehrwolfführer Leutnant Habicht Frau Georg aus Siegmar-Schönau auf dem Gelände des Güterbahnhofes in Siegmar.

 

Das Ehepaar Georg war wegen des Zeigen der weißen Flagge durch Angehörige des Wehrwolf beobachtet wurden. Das Ehepaar wurde im Vorfeld am 24. April vom Standgericht in Chemnitz bei der Verhandlung wegen des Vorwurfs der Feindbegünstigung freigesprochen.

In den ersten Maitagen 1945 wurden in der Chemnitzer Vorstadt Harthau neun Menschen erschossen und verscharrt. Nach dem 5. März 1933 hatte eine SS Einheit ihr Quartier in der Villa des Fabrikanten Pfauter in Harthau. Am 5. März wurden die bis heute unbekannten Gefangenen im Harthauer Wald am Weg Richtung Berbisdorf ermordet und in einem Bombentrichter vergraben. Wenige Tage nach dem Kriegsende fanden Einwohner die Leichen und bestatteten diese auf dem Friedhof in Harthau.

Eberhard Hübsch

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